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Auswahl und Installation

Weitere Informationen

Unseren Artikel aus dem palstek 2002 als Download für Sie: Dort auch grundsätzliche Informationen zur Arbeitsweise, der Do's und Don'ts, Installation und Wartung. Hier.

Auswahl - lassen Sie sich kein X für ein U vormachen !

Seewasser - Entsalzungsanlagen gibt es seit dem Apollo-Raumfahrtprogramm der Amerikaner, also eine seit mehr als 50 Jahren etablierte Technologie. Um ein paar der markigsten Werbeaussagen am Markt zu relativieren hier ein paar Fakten:

  • Alle Hersteller arbeiten mit sogenannten 'Industriekomponenten', niemand entwickelt oder baut selbst Membranen oder Pumpen (nicht ganz, Katadyn mit über 30 Jahren Erfahrung baut die Pumpen selbst).
  • Die Wartungs- und Reinigungsprozeduren sind bei allen Watermakern systembedingt annähernd gleich.
  • Eine Nachmineralisierung ist absolut nicht notwendig: Sie nehmen die notwendigen Mineralien über die Nahrung auf, nicht über das Trinkwasser. Zudem filtern alle Watermaker eben nicht alle Mineralien zu 100% heraus, das wäre dann auch quasi destilliertes Wasser und schädlich. Also lediglich eine Marketingaussage.
  • PH-Wert: Kein Watermaker verändert den PH-Wert des zugeführten (See-)Wassers ! Da aber Seewasser mit einem Wert um 8 alkalischer ist als das 'normale' Trinkwasser mit einem Wert um und unter 7 ist sollten im gesamten Kreislauf keine korrosionsempfindlichen Materialien verbaut sein. Jeder Hersteller bietet Ihnen auf Wunsch aber eine pH-Neutralisierung, oft verbunden mit einer Mineralisierung an - wenn's denn gewünscht ist - notwendig ist es nicht.
  • Hochdruckanlagen haben deutlich mehr bewegliche Teile, sind lauter und benötigen erheblich mehr Energie pro Liter erzeugtes Süßwasser als Niederdruckanlagen, sind dafür aber relativ preiswerter und die Bandbreite an verfügbarer Leistung ist deutlich höher. Beide gibt es im Yachtsegment seit mehr als 20 Jahren und können als ausgereift angesehen werden.
  • Hersteller mit Zulassung der Klassifizierungsgesellschaften für Berufs- oder gar Passagierschiffahrt sind selten - die Kosten für Qualitätssicherung, Dokumentation und Rückverfolgbarkeit, Zulassungsverfahren und die notwendige Ersatzteilbevorratung können sich nur wenige große Hersteller 'leisten'. Wollen Sie gesicherte Qualität fragen Sie nach entsprechenden Nachweisen.
  • Noch weniger Hersteller haben ein weltweites Servicenetz, aber Ersatzteile kann man nicht immer problemlos um die Welt schicken ! Eine eventuell notwendige Unterstützung bei Problemen im Land ist halt auch hilfreich.
  • Eine Rückspülung der Membrane gibt es gar nicht - wer das erzählt kennt die Technik der Anlagen nicht. Irgendwie hält sich dieser 'Grubenhund' seit Jahren, hat aber keinen Hintergrund. Membranen werden durch Überströmen der Oberfläche unter Zusatz von Chemikalien gereinigt.

Einbauort & Installation

Die Pumpen der Watermaker, seien es Kolbenhochdruckpumpen, Impellerpumpen oder Zentrifugalpumpen dürfen nicht 'trocken' laufen. Dies ist der erste Grund, wieso dem Einbau des Watermakers respektive seiner Pumpe Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Weiter kann es der Membrane schaden, wenn durch sie Luft mit hohem Druck geblasen wird. Und letztlich können z.B. die Kolbenpumpen wie sie PUR nutzt zwar hohen Druck aufbauen, jedoch nur schlecht ansaugen.
Daher suchen wir uns je nach Modell einen Platz für das Aggregat oder die separate Pumpe, der möglichst unterhalb der Wasseroberfläche liegt. Der Borddurchbruch darf auch im Seegang keine Luft ziehen und nicht durch  Verwirbelungen wie durch das Ruder oder Loggeber beeinträchtigt werden.

Nun sollen die Membranen auch nicht zu heiß werden: Mehr als 40° C Dauertemperatur sollten es nicht sein. Bei vorgesehener Montage im Maschinenraum ist diesem Gesichtspunkt Aufmerksamkeit zu schenken, jedoch wird wohl niemand eine Entsalzungsanlage in einen kleinen, engen und somit heissen Maschinenraum einbauen - die regelmäßige Wartung z.B. der Vorfilter wäre zu aufwändig. In einem grossen, gut gelüfteten Maschinenraum sollte die Temperatur den genannten Richtwert normalerweise nicht überschreiten. Bei modularen Anlagen kann die Druckpumpe im Maschinenraum und die Membraneinheit zB unter einer Koje oder in einem Schapp erfolgen.

Zu beachten ist auch die Erreichbarkeit: Gut konstruierte Anlagen haben alle Anschlüsse, Anzeigeinstrumente und wartungsrelevanten Teile zentral auf einer Seite. Wichtig eine Druckanzeige: Je nach Salzgehalt und Temperatur des Meerwassers muss hier bei Wechsel des Seegebietes nachgeregelt werden, um den optimalen Druck für die Umkehrosmose anliegen zu haben. Hydraulische Anlagen von SLCE brauchen das nicht: Sie regeln sich selbst. Hier von Vorteil das es auch für die Förderpumpe eine Druckanzeige gibt: So sehen Sie bei Start der Anlage auf einen Blick das kein Seegras den Einlaß verstopft oder Luft angesaugt wurde.

Der je nach Verunreinigungsgrad des Seewassers durch Schwebstoffe mehr oder weniger häufige Wechsel der notwendigen Feinvorfilter sollte ebenfalls ohne akrobatische Kunststücke möglich sein.

Letztlich sollte der Einbauort so gewählt werden, dass die Reinigung und Konservierung der Anlage möglichst leicht vorgenommen werden kann.

Unsere Empfehlung:

Egal ob Sie sich für eine konventionelle Kolbenpumpen-Anlage oder eine hydraulische mit geringem Energiebdarf entscheiden - wählen Sie das einfachste Modell. Halb- oder Vollautomaten sind prozessorgesteuert, haben zusätzlich Magnetventile und etliche Hochdruck- und Kabelverbindungen - das kostet Geld und ist in Grenzen eben auch fehleranfällig.
Keep it simple !


Viele weitere Informationen finden Sie in unserem Watermaker - Artikel unter Downloads - HIER


Ein Installationsschema einer modularen Niederdruckanlage finden Sie HIER