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Peter's Meinung

 

Warum ich auf ARIES vertraut habe

und sie mich niemals enttäuscht hat

Während der letzten 30 Jahre wurde die ARIES zur bekanntesten und verläßlichsten Windfahnenanlage auf dem Markt. Ich hoffe, daß die folgende, auf meinen eigenen Erfahrungen während einer 5-jährigen Einhand-Weltumseglung basierenden Beschreibung vermitteln kann, wie wichtig die Konstruktion einer Anlage ist, um der vollen Kraft der Elemente widerstehen zu können. Während meiner Reise, welche mich auch auf einer 72 Tage dauernden Fahrt von Neuseeland rund Kap Hoorn führte, ließ mich meine ARIES niemals im Stich, eine unglaubliche Demonstration ihrer Stärke und Zuverlässigkeit. Fangen wir oben an und arbeiten uns an der Anlage nach unten.

Die Windfahne

Sie ist aus 6mm Marine-Sperrholz gemacht und kann überall auf der Welt ersetzt werden falls sie einmal bricht - Ersatzfahnen sind leicht an Bord zu verstauen. Hersteller anderer Anlagen die behaupten, ihre Fahnen brächen nicht, haben sicher niemals das Brechen einer 6m-Welle über ihre Yacht erlebt. Während ich zum Kap Hoorn segelte, brachen mir 7 Fahnen durch die unglaubliche Kraft brechender Seen.

Fahnen-Halterung

Die aktuelle Fahnenhalterung erlaubt das leichte und schnelle Wechseln der Windfahne. Obwohl, manches Mal in rauher See war es mir einfach nicht möglich die Fahne zu wechseln - es war mir einfach zu gefährlich, nach achtern zu gehen, und die Ersatzfahne wäre mir eh´ aus den Händen gerissen worden.

Kurseinstellung

Der Kurs wird über die Steuerleinen eingestellt - ein Zug an Backbord oder Steuerbord ändert den Kurs um jeweils 6°. Hart am Wind kann man zur Feinab- stimmung an der Pinnenbefestigung oder der Radtrommel vornehmen. Gerade bei schwerem Wetter ist das Wissen um den Grad der erfolgten Kursänderung von lebenswichtiger Bedeutung. Sie können nicht ausprobieren was passiert, wenn sie hier oder da ein wenig justieren - das würde schnell zum (gefährlichen) Geduldsspiel. An der ARIES ziehen Sie an der Steuerleine - und ein Zug an der gegenüberliegenden bringt sie wieder auf den alten Kurs zurück. Sicher und einfach. Weiter ist es wichtig, daß Sie nicht an der Anlage selbst justieren, den Schutz des Cockpits nicht verlassen müssen. Ich traf einen Skipper dessen Alptraum es war, seine Frau würde nachts beim einstellen der Anlage (keine ARIES) über Bord gehen. Ich hatte Bedingungen, wo es sogar im Cockpit meines kleinen Bootes zu gefährlich war. Die Steuerleinen führte ich darum in den Salon! 

Der Verbindungsarm

Der Verbindungsarm zwischen Windfahne und Servoruder sieht sehr schwer und stark aus. Andere Hersteller von Windfahnen- Selbststeueranlagen belächeln das. Der Unterschied ist eben, daß ich draußen war und mich auf meine ARIES verlassen mußte. Eine Windsteuerung muß an der exponierten Position hinten am Heck funktionieren, Jahr über Jahr. Du kannst keine schwache Stelle zulassen , die See findet sie ! Auf einem Ankerplatz  bei Isla De Los Estados, 60 Meilen vom Kap Hoorn, passierte mich ein Tief und machte es unmöglich an Land zu gehen. Mein Dinghy war zeitweise wie ein Blatt im Wind bis ich es schaffte, es mit Wasser zu beschweren. Hierbei bekam meine ARIES einige harte Schläge von dem Dinghy. Wäre hierbei etwas beschädigt worden, beispielsweise das Verbindungsgestänge, wüßte ich nicht wie ich die 5-Tage-Reise zu den Falklands hätte schaffen sollen. Andere Hersteller vergessen wohl gerne das ihre Ausrüstung Bedingungen jenseits normaler Maßstäbe widerstehen muß und das eine funktionierende Windfahnensteuerung für Segler wie mich lebenswichtig ist.

Die Zahnkränze zur Ansteuerung

Nick Franklin entwickelte die Umlenkung durch Zahnkränze 1977. Seitdem haben nahezu alle Windfahnenbauer in aller Welt diese Idee kopiert. Aber alle haben sie kleiner und nicht so stark nachgebaut. ´Die der ARIES sind, so glaube ich, die stärksten der Welt. Sie sind aus Edelstahlguß hergestellt und haben sehr grobe Zähne, um allen Umständen, auch Unfällen zu widerstehen.

Servoruder - Gußgelenk

Die Servoruder-Halterung schwingt auf einem 1”/25.4mm Edelstahlbolzen, der an beiden Enden gelagert ist. Er ist in der Lage, den Stop eines Bootes von 6 Knoten auf Null innerhalb ein paar Metern ohne Beschädigung zu überstehen (Ich habe es erlebt. In der Bucht von Cadiz fing ich mit dem Servoruder der ARIES nachts ein Thunfischnetz ein). Das Servoruder schwingt nach beiden Seiten relativ zur Position der Windfahne - ABER SEIN AUSSCHLAG IST BEGRENZT! Das ist sehr wichtig. In den frühen siebzigern war das Ruder noch ohne Endanschlag in der Lage, aus dem Wasser auszutauchen. Das hatte den Vorteil, die Anlage schnell und einfach aus dem Wasser zu nehmen, um in Häfen einfacher manövrieren zu können. Aber da gab es ein Problem, dessen Entdeckung einige Zeit dauerte. Es passierte nur in sehr rauhem Wetter mit steilen Seen. Durch die Bewegung des Bootes wurde das Ruder in Extremfällen aus dem Wasser gehoben, die Steuerfähigkeit ging verloren. Das Ruder schlägt (mit dem Heck) wieder auf die Wasseroberfläche auf und eine Übersteuerung des Bootes war die Folge. Dies geschah sehr selten, wenn aber mit fatalen Folgen. Nick Franklin baute 400 Anlagen dieses Typs bevor das Problem erkannt war und er stoppte die Produktion. Von nun an erhielten alle Anlagen Endanschläge und haben sie bis heute.

Das Servoruder - Scharnier

Das Scharnier macht es sehr leicht das Servoruder von der Anlage abzunehmen. Und ich meine komplett abzunehmen. Es gab früher ein System mit dem das Servoruder umgeklappt werden konnte und nun achterwärts überstand. Dies bedeutete das das am Scharnier hängende Ruder am äußersten Ende des Bootes festgestellt wurde. Ratet, was passiert wenn in einer windigen, regnerischen Nacht in einen fremden Hafen eingelaufen wird. “Bäng” gegen einen Pfahl und der Schaden an demm Servoruder oder dem Scharnier ist unvermeidbar. Die Lösung, das Ruder komplett abnehmbar zu machen drängt sich geradezu auf.  Mit dem neuen Scharnier kann das Ruder während der Fahrt ein- oder ausgehängt werden. Und, als einziges System am Markt, entkuppelt das Ruder bei Überlastung - ähnlich einer Skibindung wenn ein Hinderniss anschlägt - wie ein Thinfischnetz.

Das Servo-Ruder

Es ist ein simples GFK-Ruder mit Schaumkern und einem über die ganze Länge gehenden Ruderschaft. Es ist nicht notwendig, es zu streichen, da es ja bei Nichtgebrauch im Hafen leicht demontiert werden kann.

Verwandtes Material

Alle Gußteile sind aus AlMg5, welches nicht nur hard sondern auch korrosionsfest ist und eloxiert wurde. Die Rohre sind gezogene Alurohre mit 6mm Wandstärke, extra hergestellt für die ARIES. Die Befestigung besteht aus 4 Rohren und vier Edelstahl - Beschlägen, welche die Last auf vier entfernt voneinander liegende Punkte verteilen. Eine Aufstellung der Überbelastungen, welche meine ARIES auszuhalten hatte:

In schwerem Wetter klappte die Badeleiter aus und wurde hinter dem Boot hergezogen. Es dauerte lange bis ich bemerkte, daß das Servoruder auf jedem Steuerbord- Ausschlag die Leiter traf. Vor Anker schlug das Dinghy die Anlage mehrmals hart - siehe weiter oben. Ebenfalls vor Anker ließ ein grober Schwell das Heck hoch auf- und niedergehen wie einen großen Vorschlaghammer. Manchmal war das Dinghy unter der ARIES und es gab schwere Stöße da unten. Ich fing mit dem Servoruder ein Thunfischnetz (siehe oben) - daß Boot wurd von 6 Kn Fahrtt auf Null gestoppt. (Ich habe einen Langkieler, so daß das Ruder der tiefste Punkt war, wo sich natürlich das Netz verfing). Eine andere Yachte trieb am Ankerplatz gegen die ARIES.

Auf dem Weg nach Hause über den Nordatlantik wurde mein Boot von einer Welle überrannt und die Rettungsinsel ausgelöst (ein 8mm Bolzen brach). Ich wollte die Insel später hereinholen und ließ sie erstmal an der Sicherungsleine. Aber aufgrund der hohen Seen war dies nicht möglich, die Leine verfing sich in der ARIES und es dauerte eine Weile, bis ich die Leine durchschneiden konnte.

Wie sie sehen, weiß man nie, was auf See passiert, ich weiß das. Die ARIES ist darauf vorbereitet.

Peter Matthiesen, Aries Denmark, Nordborg November 1998